Die Verwertbarkeit des Elektrokardiogrammbefundes beim Akuten Myokardinfarkt

Abstract

An der Hand einschlägiger Fälle wird die Frage besprochen, warum beim akuten Myokardinfarkt nur in der Minderzahl der Fälle ein typisches Infarkt-Ekg. zur Beobachtung kommt. Die Ursache kann oftmals in der individuell äußerst verschiedenen Reaktionsweise des Herzens bezüglich seiner Ekg.-Formungsmöglichkeit auf einen gesetzten Herzmuskelschaden liegen, in welcher Tatsache einerseits oft die große Flüchtigkeit anfänglicher typischer Infarktveränderungen zu suchen ist und die andererseits wiederum die Ursache abgibt für das oft monate- und jahrelange Nachweisbarbleiben von annähernd gleich großen und gleich gelagerten Infarktveränderungen. In anderen Fällen wird auf das häufige starre Festhalten eines schon vorher ausgiebig geschädigten Herzmuskels an einem bestimmten pathologischen ekg. Bild, z. B. einem Schenkel- oder Astblock, hingewiesen, wobei in diesen Fällen der Herzmuskel das einmal fixierte pathologische Ekg.-Bild auch dann nicht mehr aufgibt oder nur geringgradig und uncharakteristisch in seiner Form ändert, auch wenn es zum zusätzlichen Auftreten eines Myokardinfarktes kommt. Für das vereinzelt zu beobachtende fast stumme Verhalten eines vorher fast kaum veränderten Ekg. auf einen akuten Myokardinfarkt werden nicht einzelne stumme Zonen, sondern eine im allgemeinen herabgesetzte ekg. Ausdrucksmöglichkeit des betreffenden Herzens angenommen, da sich ansonsten die gleichen Zonen, in annähernd gleicher Schwere und gleichem Ausmaß betroffen, nur in manchen Fällen stumm verhalten müßten, während sie in der Regel zu typischen ekg. Veränderungen führen. Die Tatsache, daß auch ein fast normales Ekg. bei einer hochgradigen Coronarsklerose und einem ausgedehnten Myokardinfarkt vorliegen kann, wird hervorgehoben und abermals ekg. belegt.

Topics

0 Figures and Tables

    Download Full PDF Version (Non-Commercial Use)